Es begann damit, dass es im Fahrradgeschäft von Karl Decker ab Anfang der dreißiger Jahre nicht nur Fahrräder, sondern auch Handharmonikas zu kaufen gab. Im Hinterzimmer des Gasthauses Orlemann im damals noch selbständigen Pfeddersheim trafen sich bald ein paar Musikfreunde um den "HARMONIKACLUB PFEDDERSHEIM" zu gründen - das Fundament der langjährigen Tradition der Harmonikamusik in Pfeddersheim war gelegt. Das erste Foto des Harmonikaclubs wird am 29. August 1937 im Garten der Familie Getthöver gemacht. Ab diesem Jahr rechnet man heute das Bestehen des Vereines.
Zahlreiche Auftritte bei Fremdveranstaltungen, Wertungsspielen und nicht zuletzt die eigenen Konzerte sorgten dafür, dass das 1. Akkordeon-Orchester zu einem Faktor geworden ist, der aus dem kulturellen Leben der Heimatstadt nicht mehr wegzudenken ist.
Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war der große Showabend anlässlich des 75-jährigen Jubiläums im Jahre 2012:
Aber bitte mit Sahne! - Die Jubiläumsshow
75 Jahre und kein bisschen leise, kann man über den Showabend anlässlich des 75.Jubiläums des 1. Akkordeon Orchesters Pfeddersheim in der TSG Turnhalle berichten.
Wer jetzt an alte Seemannsweisen und Wanderlieder denkt, hat weit gefehlt und vor allem ein tolles, außergewöhnliches Konzert verpasst. Schon der Programmeinstieg mit "A fifth of Beethoven" war mit den kleinen Baletttänzerin- nen der Tanzschule Ternis aus Flörsheim–Dalsheim ein Hör – und Sehvergnügen der besonderen Art. Mit den jedermann bekannten Liedern der Blues Brothers nahm das Programm einen mitreißenden Fortgang. Durch das Medley von "Udo Jürgens in Concert", bei dem das Keyboard mit Markus Schwaiger einige Soloeinsätze hatte, wurde das Motto des Abends "Aber bitte mit Sahne" wiedergespiegelt.

Passend dazu tanzten nach der Pause "Sahnestückchen", die Tanzgruppe Dance Connection der TSG. Die stimmungsvollen Lieder der Les Humphries aus den siebziger Jahren rissen alle mit. Ob Klatschen oder Fußwippen, sowohl das Orchester als auch das Publikum waren voll dabei. Zu dem Gassenhauer "Rama Lama Ding Dong" ließen die Kinder der Tanzschule Ternis die Hüften schwingen. Die Chicas des GV 1845 versetzten beim Sommerpartymix mit "Ein Bett im Kornfeld", "Pack die Badehose ein" und dem "knallroten Gumiboot" in Urlaubsfeeling. Bilder mit multimedialer Unterstützung gab es auf einer großen Leinwand zu sehen. Violaine Jennewein mit ihrer ausdrucksstarken und zugleich gefühlvollen Stimme sang zu Stevie Wonder. Lieder wie "Sir Duke", "I wish", oder "Isn' t she lovly?".

Mit den Filmmusiken von "Dirty dancing" und "Music" von John Miles zeigte das Orchester seine sanften, gefühlvollen und rhythmusstarken Seiten zugleich. Für das längste Stück des Abends, den "Tanz der Vampire", der durch seine laute und leise Dynamik, sowie die plötzlichen Tempowechsel auffiel, schlichen als Überraschung für den Dirigenten, Bernhard Hahn, die Funny Bunny Dancers als Vampire zwischen Bühne und Orchester herum. Mit dem Schlusslied "Heal the world" von Michael Jackson, zu dem das Publikum die extra dafür ausgeteilten Leuchtstäbe schwang, bewies das Orchester erneut, wie vielseitig Akkordeonmusik sein kann. Das begeisterte Publikum belohnte die Spieler mit tosendem Applaus und forderte zwei Zugaben.

Moderiert wurde der Showabend von Wilfried Bermes. Gabi' s Eintöpfchen und das Team der TSG hinter der Theke sorgten für das leibliche Wohl.Eine gelungene Jubiläumsshow, die das "alte" Instrument Akkordeon immer wieder in neuem Glanz erstrahlen ließ.